Hast Du schon mal gehört, dass manche Hunde Rückwärtsniesen? Im Grunde genommen handelt es sich dabei um ein harmloses Phänomen, das jedoch ziemlich gefährlich aussieht und so gut wie alle Hundebesitzer erschreckt. Zumindest dann, wenn es zum ersten Mal auftritt. Es sieht nämlich so aus, als ob Dein vierbeiniger Freund keine Luft mehr bekommen und ersticken würde.

Das Tier versucht laut röchelnd die Luft durch die Nase einzusaugen, und macht dabei einen möglichst langen Hals. Außerdem spreizt es seine Ellenbogen ab. Dadurch soll sich sein Brustkorb weiten. In manchen Fällen torkeln die Hunde sogar. So, als ob sie durch die gestörte Sauerstoffzufuhr bereits benommen wären. Dieses so genannte Rückwärtsniesen tritt meistens nach dem Trinken, Fressen und oft auch nach dem Spielen und Herumtollen auf und dauert fast immer nur wenige Sekunden.

Genauso schnell und überraschend wie es gekommen ist, ist es auch wieder verschwunden. Die Ursachen für diese beunruhigende Erscheinung sind bis heute nicht wirklich geklärt. Im Verdacht stehen ein zu langes Gaumensegel, kleine Entzündungen im Hals, die die Schleimhaut anschwellen lassen, oder Krämpfe in der Muskulatur.

Manche Hunde machen es auch einfach aus Gewohnheit. Besonders häufig fällt Rückwärtsniesen bei kleinen Tieren mit kurzem und breitem Kopf auf – etwa bei der Französischen Bulldogge oder beim Mops. Eines weiß man jedoch – zeigt sich das Phänomen bereits im Welpenalter, dann wird es ziemlich sicher auch später auftreten.

So helfe ich meinem Hund

Rückwärtsniesen ist in so gut wie allen Fällen nicht gefährlich, trotzdem möchten wir dem Hund helfen, denn die Anfälle scheinen ja seine Gesundheit zu belasten. Beherzte Hundehalter lösen in so einem Fall einen Schluckreflex aus, indem sie dem Tier kurz die Nase zuhalten oder seinen Kehlkopf massieren. Dieser Reflex entsteht auch, wenn man die Nase sanft in Richtung Brustbein drückt.

Hilfe bringt zudem, wenn auf die Brust geklopft oder der Hals gestreichelt wird. Manchmal ist das Anbieten eines Leckerlies das Mittel der Wahl um dem Rückwärtsniesen Einhalt zu gebieten.

Muss ich den Tierarzt aufsuchen?

Normalerweise verschwindet Rückwärtsniesen beim Hund genauso schnell wie es gekommen ist. Manchem kommt es wochen- oder monatelang zu keinem neuen Anfall, und dann häufen sich mehrere innerhalb mehrere Tage. Wenn diese Atemprobleme in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen und auch lange andauern, dann solltest Du den Rat eines Tierarztes suchen.

Besonders dann, wenn der Hund auch andere Probleme beim Atmen hat. Dann könnte der Auslöser für Rückwärtsniesen auch eine Krankheit wie etwa eine Infektion – hier kommt der Zwingerhusten in Frage – oder eine Herzerkrankung sein.

Es kann auch eine Allergie hinter den Atemproblemen stecken, genauso wie ein Fremdkörper im Rachenraum oder entzündete Zahnwurzeln. Auch Milben können dafür verantwortlich sein.

Aber keine Angst – in fast allen Fällen wird das Rückwärtsniesen als völlig unproblematisch eingestuft und auf Dich und Deinen Liebling warten noch viele Jahre Spaß.

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