Hunde sind unsere treuen Wegbegleiter. Seit Jahrtausenden sind sie Freund und Hilfe des Menschen zugleich. In den letzten zwei Jahrhunderten haben sie sich aber zu einem engen Gefährten entwickelt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Hunde heutzutage ein eher beschauliches Dasein führen. Es wird in diesem Zusammenhang auch oft von Schoßhunden gesprochen. Doch so gut es unsere Vierbeiner auch haben mögen – der Kontakt zum Menschen allein ist ihnen nicht genug. Ein Verhältnis zu Artgenossen ist zwingend erforderlich, wenn es dem heimischen Haus- und Hof-Hund so richtig gut gehen soll.

Von klein auf

Eigentlich fängt das Dilemma schon im Welpenalter an. Viele gerade gewordene Hundebesitzer umgehen meist die Artgenossen des kleinen Vierbeiners. Hinter diesem Denken steckt ein falsches Verständnis von Sicherheit, denn die eigene Angst, dem Welpen könnte etwas geschehen, projiziert sich auch auf das Tier. Doch mal ehrlich – würden wir einem Menschenkind soziale Kontakte vorbehalten?

Ist es im Gegenteil nicht so, dass wir gezielt darauf hin wirken, dass unser eigener Nachwuchs schnellstmöglich in das engere Umfeld integriert wird? Warum sollte dies bei einem Hunde anders sein? So wird aber dennoch sehr oft die einzelne einsame Runde gedreht, in der Annahme, dass der Welpe schon zufrieden sein wird.

Konsequenzen für die späteren Jahre

Doch so wie der Mensch von seinen Eltern und dem Umfeld lernt, so lernt ein junger Hund von seinen Artgenossen. Diese bringen ihm nämlich einen ganz speziellen Verhaltenskodex bei, denn der Mensch trotz seiner erworbenen Sachkundigkeit über Hunde, niemals vermitteln kann. Dabei geht es vor allem um die grundlegenden Aspekte der Sozialisierung.

So wird die Kenntnis der Körpersprache übermittelt, Grenzen und Regeln werden von den anderen Hunden aufgezeigt und sogar die Unterschiede im Verhalten der unterschiedlichen Rassen spielen dabei eine Rolle. All dies muss bereits zwingend im Welpenalter vermittelt werden, denn zu keinem anderen Zeitpunkt ist ein Hund so lernfähig, wie in dieser Phase. Der fehlende Kontakt zu seines Gleichen kann daher in den späteren Jahren durchaus zu schweren psychischen Störungen führen. Die bekannteste Variante ist dabei, dass es Hunde gibt, die wahrlich alles ankläffen, was ihnen in die Quere kommt. Hier hat ein entsprechender Umgang als Welpe dann wohl nicht stattgefunden, denn der Umgang mit anderen Hunden und der Umwelt, wurde niemals beigebracht.

Erwachsen aber doch nicht reif

Doch wie verhält es sich, wenn es um einen erwachsenen Hund geht? Nun, hier ist es eigentlich nicht anders als beim Menschen. Es entscheidet im Grunde nur die Sympathie, wenn der geliebte Vierbeiner mag und wen nicht. So kann er sich stundenlang mit einer Gruppe anderer Hunde beschäftigen. Kommt aber plötzlich der Angeber von nebenan vorbei, dann kann die genossene Ruhe plötzlich in ein schallendes Gewitter aus bellen und Knurren wechseln. Manche Verhaltensweisen werden von anderen Hunden nämlich gar nicht akzeptiert – etwa wenn ein Artgenosse plötzlich beginnt, die Führung zu übernehmen oder aber das Rudel in Schwierigkeiten verwickelt. Dennoch dürfen auch diese sozialen Kontakte nicht fehlen, denn auch im fortgeschrittenen Alter, bleibt der Hund lernfähig und erkennt, wie er mit solchen Situationen umgehen muss.

Allerdings kommt es in diesem Punkt doch auf die soziale Kompetenz der Rudelmenschen an. Hat es das Tier im Allgemeinen gut, dann wird es selbst auf Angeber und Muskelprotze relativ ruhig reagieren. Diese Einstellung rührt daher, dass Herrchen oder Frauchen die Leittiere sind und die Pflicht haben, ihn zu beschützen. Allerdings muss es auch niemand darauf anlegen. Wenn sich ein Hund mit den anderen Vierbeinern auf einem Hundeplatz nun so gar nicht versteht, dann können sie diesen auch getrost meiden, denn ihr Mitbewohner wird sich dafür sehr dankbar zeigen.

Wenn das Alter naht

Wer einen besonders alten Hund in Pflege genommen hat, der muss im Grunde nicht mehr viel beachten. Geht es dem Tier bei einem gut, dann genügt es den Senioren unter den Schnauzen durchaus, wenn sie in menschlicher Gesellschaft verweilen. Tatsache ist es, dass es dann kaum noch zum Beschnuppern mit anderen Hunden kommt und auch Rüpel und garstige Jungspunte werden von dem gesetzten Wesen oft einfach ignoriert. Hier sollte dann auch kein Stress aufkommen. Wenn der in die Tage gekommene Hofhund eben nicht mit anderen Zusammensein will, dann sollte man ihn auch einfach lassen.