Eines vornweg: Ein Hund, der Katzen jagt, ist nicht böse. Er folgt vielmehr einem uralten Instinkt, dem Jagdtrieb. Ohne ihn hätten seinen Vorfahren in der Wildnis nicht überleben können. Und wenn dieser Urtrieb bei den heutigen Haushunden (ausgenommen den zur Jagd gehaltenen Tieren) auch lästig ist, gehört er bei vielen Hunderassen einfach zum Leben dazu.

Katzen jagen – für manche Hunde ein riesiger Spaß

Hunde mit angeborenem oder anerzogenen Jagdtrieb hetzen nicht nur Wild, Vögeln oder Eichhörnchen hinterher, sondern auch Katzen, einfach allem, was schnell davon läuft oder fliegt. Für einen mit Leidenschaft jagenden Hund gibt es da keinen Unterschied.

Die Nachbarn sehen das natürlich zu Recht nicht gern. Die Frage ist also, kann ich es meinem Hund abgewöhnen, die Nachbarskatzen zu jagen und wie stelle ich das an? Wenn auch manche Hundetrainer anderer Ansicht sind, die laienhafte aber praktische Erfahrung lehrt eines: Wenn Du einen Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb und richtig viel Spaß am Katzen-Hetzen hast, dann wirst Du ihm das kaum abgewöhnen können.

Er wird ihnen hinterher jagen, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt. Hier kann dich nur die Gewissheit trösten, dass Katzen sehr schnell und alles andere als dumm sind. Wenn eine Katze weiß, dass ein Hund in der Nähe wohnt, der ihr gefährlich werden könnte, dann wird sie „sein“ Gebiet weiträumig umkreisen und immer auf der Hut sein. Bist du mit deinem „Katzenjäger“ unterwegs, dann muss er vorsichtshalber eben an die Leine und wenn es sein muss, sein ganzes Hundeleben lang. Es gibt aber natürlich auch Hunderassen und Einzelexemplare, bei denen der Jagdtrieb nicht ganz so extrem ausgeprägt ist, so dass er sich stoppen oder „umlenken“ lässt.

Die Jagdpassion stoppen oder kanalisieren – wie kann das funktionieren?

So harmonisch könnte es zu gehen

So harmonisch könnte es zu gehen

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass das überhaupt klappen kann, ist ein Grundgehorsam des Hundes. Erst wenn er mit Geduld und Konsequenz so erzogen wurde, dass er auf Grundkommandos reagiert, in jeder Situation ansprechbar ist und in allen Handlungen gestoppt werden kann, kann es gelingen, ihn vom Katzen jagen abzubringen. Dein Hund und du brauchen dazu als erstes ein zuverlässiges Stopp- oder Abbruchssignal. Damit das wirklich immer funktioniert. kannst du mit Lob, Bestätigung und Leckerchen arbeiten. Als zweites sollte Dein Hund lernen, Emotionen und Frust auszuhalten. Die Impulskontrolle kannst du ebenfalls in allen möglichen Alltagssituationen immer wieder üben.

Außerdem solltest du bei Spaziergängen darauf achten, dass der Hund dir immer einen Teil seiner Aufmerksamkeit schenkt. Nur wenn er auf dich achtet, kann er auch kleine Signale erkennen. Auch ein solches Verhalten lernt er am besten durch immer wiederholte Übungen im Alltag. Kommst Du mit der Hundeerziehung an diesem Punkt, lässt sich dein Hund wahrscheinlich auch vom Katzen jagen zurückhalten. Eine andere Methode basiert auf positiver Verstärkung. Wenn Du deinen Hund auf Katzen aufmerksam machst, und ihn jedesmal, wenn er eine weglaufende ignoriert, mit Leckerchen, Streicheleinheiten oder einer schönen Spielrunde belohnst, kann auch das zum Erfolg führen.

Sollen Hund und Katze gemeinsame „Rudelmitglieder“ werden, musst Du andere Geschütze auffahren. Von Natur aus mögen sich beide Tierarten nicht, trotzdem können sie friedlich zusammenleben und es gibt viele Beispiele, wo sie sogar richtig dicke Freunde werden. Das kostet in der Regel aber viel Geduld. Es kommt auch darauf an, wer zuerst da war, wobei es meistens schwieriger ist, wenn der Hund ins Revier der Katze kommt, als umgekehrt. In jedem Fall solltest Du darauf achten, dass die ersten Begegnungen möglichst auf neutralem Boden stattfinden, der Hund vorsichtshalber angeleint wird und die Katze günstige Fluchtmöglichkeiten hat. Zu Beginn sollten die beiden nicht ohne Aufsicht zusammenbleiben. Du kannst beide beim ersten Zusammentreffen auch mit Leckerlis verwöhnen, dadurch verbinden sie die Situation mit etwas Positiven. Trotzdem kann es Wochen oder gar Monate dauern, bis ein Zusammentreffen ohne Stress möglich ist. In 90 Prozent aller Fälle gelingt es aber.

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