Die Kastration von Hunden ist ein Thema, über dessen Notwendigkeit häufig gestritten wird. Die einen behaupten, sie mache Sinn, weil der Hund dadurch seinem Menschen gegenüber anhänglicher wird und außerdem weniger zu Aggressionen gegenüber Artgenossen neigt. Andere wiederum lehnen die Kastration ohne eine gesundheitliche Dringlichkeit ab, weil sie in den Hormonhaushalt der Tiere eingreift und diverse Erkrankungen zur Folge haben kann. Wie entscheidest du richtig?

Über das Liebesleben von Hunden Bescheid wissen

Als Hundehalter solltest du dich über den hormonellen Zyklus der Vierbeiner informieren, damit du über die Kastration eine Entscheidung treffen kannst. Zweimal jährlich, nämlich im Frühjahr und im Herbst, setzt bei den Hündinnen die Läufigkeit ein. Sie läuft in unterschiedlichen Phasen ab und dauert ungefähr drei Wochen an. Etwa eine Woche lang ist sie bereit, sich decken zu lassen. Das zeigt sie sämtlichen umherstreunenden Rüden an, beispielsweise indem sie ihnen ihre Kehrseite zudreht und die Rute anhebt. Zusätzlich sendet sie während der gesamten Läufigkeit spezielle Gerüche aus. Diese erkennt deine Nase nicht. Wohl aber entdeckst du auf dem Fußboden Blutströpfchen, die deine Hündin absetzt. Willst du nicht, dass deine Hündin trächtig wird, musst du sie auf dem Spaziergang anleinen und auf dem Grundstück überwachen.

Rüden sind immer zum Deckakt bereit, sofern sich irgendwo läufige Hündinnen bemerkbar machen. Sie neigen während dieser Zeit zum Streunen. Du musst damit rechnen, dass dein Rüde auch Absperrungen überspringt oder unter Zäunen hindurchkriecht. Willst du ihn in seinem Bewegungsdrang einschränken, musst du ihn für einige Wochen sicher unterbringen, beispielsweise im Haus. Wittert er trotzdem eine läufige Hündin, musst du starke Nerven besitzen. Denn es kann sein, dass dein Rüde stundenlang jault, weil er nach draußen möchte.

Verantwortung zeigen

Es wäre falsch, wenn du der Natur ihren Lauf und deinem Hund die Entscheidung über seine Vermehrung überlässt. Zum einen möchtest du es dir nicht mit deinen Nachbarn oder anderen Hundebesitzern verderben. Zum anderen solltest du bedenken, dass hierzulande jedes Jahr tausende ungewollte Welpen geboren werden, die im Tierheim landen. Sorge dafür, dass es durch deinen Hund nicht noch mehr werden.

Für den Fall, dass du deinen Rüden beziehungsweise deine Hündin nicht ständig überwachen kannst, solltest du auf ihren natürlichen Hormonspiegel Einfluss nehmen. Eine Möglichkeit davon ist die Kastration, allerdings sollte diese gründlich abgewogen werden.

Kastration nicht alleiniges Mittel zur Verhütung beim Hund

Die Kastration ist ein Schritt, der gut überlegt sein sollte. Schließlich zieht er einen endgültigen Zustand nach sich, der sich nicht mehr ändern lässt. Außerdem handelt es sich um eine Operation, die immer ein gewisses Risiko birgt, beispielsweise kann dein Hund das Narkosemittel nicht vertragen oder Nerven beziehungsweise die Blasenmuskulatur werden verletzt, so dass er später inkontinent wird. Die Kastration bei der Hündin ist ein großer Eingriff, der sie insbesondere belastet, wenn sie bereits älter oder krank ist. Beim Zusammenwachsen der Wunde kommt es zur Bildung von Narbengewebe, das manchmal störend wirken kann. Entzündungen im Zuge der Heilung sind nicht ausgeschlossen.

Häufig sagen Hundebesitzer ihren kastrierten Rüden beziehungsweise Hündinnen nach, dass sie nach der Kastration zur Fülle neigen. Das hängt mit der Veränderung des Stoffwechsels sowie mit der geringeren körperlichen Aktivität zusammen. Bevor du dich dafür entscheidest, deinen Hund kastrieren zu lassen, frage deinen Tierarzt nach Alternativen wie Hormontabletten, Hormonspritzen oder Beruhigungsmittel.

Kastration manchmal unumgänglich

Manchmal macht es der Gesundheitszustand notwendig, den Rüden oder die Hündin kastrieren zu lassen. Dies ist beim Rüden häufig der Fall, wenn ein Hoden nicht in den Hodensack abgestiegen ist. Er kann unter dem Einfluss von Wärme in der Bauchhöhle ein Krebsgeschwür entwickeln. Bei der Hündin ist die Gebärmutterentzündung oder -vereiterung ein dringender Grund zur Kastration. Ursächlich ist eine Störung des Sexualhormonhaushalts. Sie muss dringend behandelt werden.